SWISS zieht ihre A220 nach Triebwerksproblemen aus dem Verkehr

Zu Problemen mit beiden Triebwerken eines A220 (ehemalige Bombardier C-Series) ist es am Dienstagmorgen (15. Oktober 2019) während eines Swiss-Flugs von London nach Genf gekommen. Die Piloten mussten den Regionaljet in Paris landen. Es soll nicht der erste gravierende Vorfall dieser Art in den letzten Monaten sein, weshalb die SIWSS sämtliche 29 Flugzeuge des Typs A220 bis auf Weiteres aus dem Verkehr zieht.

Swiss hat richtig Ärger mit ihren A220. Jetzt wurden alle 28 Regionaljets gegroundet. Foto: Swiss

Swiss hat richtig Ärger mit ihren A220. Jetzt wurden alle 28 Regionaljets gegroundet. Foto: Swiss

Für Geschäftsreisende hat das Grounding der Jets Konsequenzen. Denn wie es auf der Website der SWISS heißt, führe die aktuelle technische Überprüfung „mehrerer Flugzeuge“ zu einer spürbaren Einschränkung des Flugbetriebs, da zahlreiche Flüge annulliert werden müssen. Reisende werden gebeten, die aktuellen Angaben zu SWISS-Flügen im Online-Flugplan zu beachten. Annullierte Flüge sind als "cancelled" angezeigt. Reisende, deren Flug gestrichen ist, mögen die Hinweise zur Umbuchung oder Rückerstattung beachten und keinesfalls sollen sie zum Flughafen aufbrechen.

Im Falle einer Annullierung werden sie von SWISS kostenlos und in der Regel automatisch auf einen anderen Flug umgebucht und über ihre Mobilfunknummer informiert. Falls über eine (Online) Reisebüro gebucht worden ist, sollen die Kunden dieses Reisebüro kontaktieren. Wer sein Flugticket nicht umbuchen möchte, kann den betroffenen Flug annullieren und rückerstatten lassen.

Wann der Betrieb wieder normal aufgenommen werden kann, ist derzeit unklar. Die Swiss will zuerst die Triebwerke Pratt & Whitney PurePower PW1500G aller A220 überprüfen. Die Lufthansa-Tochter betreibt beide Versionen des Flugzeugs: 20 CS 300 = A220-300 mit 145 Sitzplätzen und acht CS 100 (A220-100) mit 125 Sitzplätzen. Die A220-100 ist die Basisversion des Airbus A220. Sie hat eine Länge von 35 m und kann bis zu 135 Passagiere über eine Entfernung von 5.741 km transportieren. Die A220-100 hatte ihren Erstflug im September 2013, die erste Auslieferung erfolgte an SIWSS im Juni 2016.

SWISS war weltweit die erste Fluggesellschaft, die die Bombardier C Series in Betrieb genommen hat, und war bis vor Kurzem noch stolz, eines der modernsten Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge in der Flotte zu haben. Am 15. Juli 2016 startete die neue Bombardier CS100, die aufgrund ihrer geringen Lärmemissionen „Flüsterjet“ genannt wird, in Zürich zum ersten Linienflug. Die C Series löste die Avro-RJ100-Flotte ab und ist in vielen Aspekten der Avro überlegen. Beispielsweise ist der Bombardier-Flieger durch einen 20 % geringeren Treibstoffverbrauch und 50 % weniger Stickoxidausstoss umweltfreundlicher.

Die Bombardier C Series ist an sich allen Erwartungen gerecht geworden und wird nicht nur von Passagieren aus der Schweiz und aus dem Ausland geschätzt, sondern auch Piloten und Flight Attendants sind begeistert. Mit den Swiss A220 werden viele Flughäfen im Kurz- und Mittelstreckennetz ab Zürich und Genf angeflogen.

Die A220-300 ist eine um 3,7 m auf 38,7 m gestreckte Variante der Basisversion. Sie kann bis zu 160 Passagiere über eine Entfernung von 6.112 km transportieren. Die A220-300 hatte ihren Erstflug im Februar 2015. Mitte 2019 wurde das maximale Startgewicht beider Versionen um 2,3 Tonnen erhöht, wodurch die Reichweite um ca. 450 Seemeilen vergrößert wird. Delta Airlines übernahm am 18. Juni 2019 die erste derart zugelassene Maschine. Quelle: SWISS / DMM