Toyotas RAV4 Plug-In-Hybrid - ein Tipp für Unternehmen und Freiberufler

Das weltweit meist verkaufte SUV gibt es nun auch als Plug-in-Hybrid. Toyota präsentierte seinen neuen RAV4 Plug-in Hybrid nicht in Dänemark, wie mal geplant, sondern in der Toyota Collection, einer ehemaligen Tennishalle am deutschen Hauptsitz in Köln-Marsdorf. Und natürlich durfte DMM den Neuling auch auf ausgiebigen Fahrten rund um Köln auf den Zahn fühlen. Unser Fazit. Ein Fahrzeug, das wir auch der gewerblichen Klientel gerne ans Herz legen.

Der neue Toyota RAV4 Plug-in-Hybrid ist eine Top Empfehlung für Unternehmen. Fotos: G. Zielonka

Der neue Toyota RAV4 Plug-in-Hybrid ist eine Top Empfehlung für Unternehmen. Fotos: G. Zielonka

Das Cockpit lässt den Fahrer über nichts im Unklaren. Wichtig sind z.B. die Energiezustände.

Das Cockpit lässt den Fahrer über nichts im Unklaren. Wichtig sind z.B. die Energiezustände.

Nur an Details erkennt man den Unterschied der RAV4-Geschwister zum neuen Plug-in-Hybrid. Foto: Toyota

Nur an Details erkennt man den Unterschied der RAV4-Geschwister zum neuen Plug-in-Hybrid. Foto: Toyota

Das Topmodell der RAV4-Baureihe überzeugt mit einer Kombination aus Kraft und Umweltverträglichkeit. Seine Markteinführung stärkt und erweitert die Attraktivität der gesamten RAV4-Familie – jenes Kompakt-SUV, das diese Fahrzeugklasse einst begründet hat und das bis heute mehr als 10 Mio. Kunden weltweit überzeugen konnte.

Als Technologieführer im Bereich der Hybridantriebe hat Toyota sein Know-how für die Entwicklung des RAV4 Plug-in Hybrid eingesetzt, der serienmäßig mit Allradsystem AWD-i ausgestattet ist. Konstruiert rund um die neue GA-K-Plattform bietet dieses Modell viele Vorteile, darunter einen besonders niedrige Schwerpunkt, basierend auf der Positionierung des Antriebsstrangs und insbesondere auf der Anordnung der Hochvoltbatterie unter dem Fahrzeugboden. Dies wirkt sich auf das Handling und das sichere Eigenlenkverhalten ebenso positiv aus wie auf den Fahrspaß.  

Exterieur-Design. Man muss schon dreimal hinschau’n und am besten beide Versionen vor sich haben, um die kleinen aber feinen Unterschiede zu erkennen. Denn nur wenige Details heben den RAV4 Plug-in Hybrid optisch von seinem Schwestermodell mit reinem Hybridantrieb ab. Hierzu zählen z.B. der metallisch-helle Look der unteren Spoiler-Lippe und der Zierleiste über dem Kennzeichen am Heck, dunkle Chrom-Einfassungen für die Hauptscheinwerfer, die glänzend schwarze Beschichtung des Kühlergrills und der schwarzlackierte Einsatz der hinteren Schürze. Die Anschlussmöglichkeit für das Ladekabel verbirgt sich unter einer Karosserieklappe im hinteren rechten Kotflügel. Serie sind 18“-LM-Räder im dunkelgrauen 5-Speichen-Design. Wer das Style-Paket ordert, fährt auf schwarzlackierten 19“-LM-Rädern  mit fünf Doppelspeichen und breiteren Reifen. Aber das ist Geschmackssache.

Interieur-Design. Generell sind die Sitze beheizbar, beim Style-Paket, das wir bevorzugen,  steht eine Volllederausstattung zur Verfügung. Die vorderen Sitze lassen sich elektrisch einstellen, der Fahrerplatz zeichnet sich zudem durch eine Lordosenstütze aus. Mit dem Style-Paket kommt eine Sitzventilation sowie die elektrische Verstellung auf der Beifahrerseite hinzu. Dank des großzügig bemessenen Verstellbereichs der Vordersitze und des Lenkrads ergibt sich schnell die richtige Arbeitsposition hinter dem Volant.

Weit öffnende Türen sowie ein reduzierter Abstand zwischen Hüftpunkt und den seitlichen Bodenschwellern erleichtern den Zugang zur Rücksitzbank. Der üppig bemessene Fußraum und großzügige Belüftungsventile steigern den Reisekomfort für die hinteren Passagiere zusätzlich.

Eine Batterie-Ladestandsanzeige ersetzt im Kombi-Display der Instrumententafel den klassischen Hinweis auf die Wassertemperatur. Sie wird von weiteren Informationen ergänzt, die für ein Fahrzeug mit Plug-in-Hybridtechnologie spezifisch sind.

Ab Werk ist eine 230-Volt-Steckdose an Bord. Sie eignet sich für elektrische Geräte mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 150 Watt wie etwa mobile Endgeräte. Weitere 12-Volt-Anschlüsse im Innenraum und im Gepäckabteil sowie USB-Schnittstellen für Smartphones und Tablets kommen hinzu. Ebenfalls zur Serienausstattung zählt das jüngste Multimedia-System von Toyota. Es ermöglicht die Anbindung von Smartphones via Apple CarPlay und Android Auto. Die Betätigung für die elektrischen Fensterheber in den Türverkleidungen ist beleuchtet, der Fahrzeugschlüssel beinhaltet eine Fernbedienung für die Klimaanlage, die sich darüber hinaus auch über die MyT-App einstellen lässt. Auf dem 9“-Display für die Audio-Anlage markant oberhalb der Mittelkonsole stellt man z.B. seinen Lieblingssender ein. Optional ist das farbige Head-up-Display.

Der RAV4 Plug-in Hybrid ist das erste Modell von Toyota, das über die MyT-App serienmäßig den Fernzugriff auf Fahrzeugfunktionen wie zum Beispiel die Klimaanlage ermöglicht. Der App-basierte Fernzugriff umfasst auch das Batteriemanagement, die Kontrolle des Ladeprozesses und weitere Komfortdetails.

Ab Werk an Bord ist die aktuelle Generation des aktiven Sicherheits- und Fahrer-Assistenzsystems Toyota Safety Sense. Es warnt vor Gefahrensituationen und greift – sofern notwendig – per Lenkrad- und/oder Bremsunterstützung ein, um einen Unfall zu vermeiden oder seine Folgen zu reduzieren.

Zweiter Plug-in-Hybrid nach dem Prius PHEV. Der RAV 4 der 5. Generation ist der zweite Plug-in-Hybrid der Marke nach dem Prius, dessen PHEV-Version 2012 den Anfang machte. Und der Halbstromer ist ein Vorbote dessen, was sich in wenigen Jahren abspielen wird: Toyota denkt, dass es in fünf Jahren nur noch 14 % Automobile mit klassischen Antrieben geben wird. Insbesondere Hybridantriebe werden sich bis dahin stärker am Markt durchsetzen. Nach Meinung des japanischen Herstellers werden 2016 PHEV etwa 18 % ausmachen, HEV (normale Hybride) 60 %, BEV 4 % und klassische Verbrenner, wie gesagt noch 14 %.

Der PHEV-RAV4 entpuppt sich als ein besonders leistungsstarkes Fahrzeug. In Grundeinstellung liegt immer der Elektroantrieb an. Eine volle Batteriefüllung ermöglicht eine lokal emissionsfreie Reichweite von 75 km, im ausschließlichen Stadtverkehr sogar von bis zu 98 km (nach WLTP Prüfzyklus innerorts) – mehr als genug für die Strecke, die ein europäischer Autofahrer im Tagesdurchschnitt zurücklegt. Dabei kann er bis zu 135 km/h erreichen, ohne auf den Verbrennungsmotor seines Hybridsystems zurückgreifen zu müssen. Dass man bei kluger Einteilung tatsächlich auf mehr als 70 km elektrische Reichweite kommt, haben auch wir geschafft. 

Wird zusätzliche Motorleistung benötigt, die eigentlich nie wirklich gebraucht wird, es sei denn, die Batterie ist leer, spielt der 2,5 Liter große Dynamic Force-Vierzylinder seine Stärken aus. Im Zusammenspiel mit dem Verbrenner kommt der Wagen dann auf eine Systemleistung von 225 kW/306 PS. Und diese Power reicht allemal aus für schnellen Antritt z.B. bei Überholvorgängen. Um den Verbrennungsmotor gegen überdurchschnittlichen Verschleiß zu schützen, der durch Kaltstarts bei Reisegeschwindigkeit auftreten könnte, besitzt das Hybridsystem eine spezielle Warmlaufautomatik. Ist diese aktiv, so informiert ein blaues Motorsymbol im Energiefluss-Display der Hybridanzeige den Fahrer darüber.

Die neue Lithium-Ionen-Batterie besitzt eine Kapazität von 18,1 kWh. Sie besteht aus 96 Batteriezellen, die über die Klimaanlage des Fahrzeugs gekühlt werden, und arbeitet mit einer Spannung von 355,2 Volt. Positioniert unterhalb des Fahrzeugbodens senkt sie den Schwerpunkt des Wagens und kostet keinen Platz im Innen- oder Kofferraum. 

Der Elektromotor an der Vorderachse entwickelt 134 kW und ist damit 46 kW stärker als jener des RAV4 Hybrid. Die Elektromaschine an den hinteren Rädern leistet unverändert 40 kW. Je nach Grad ihrer Unterstützung kann der Vierzylinder des Hybridsystems mit niedrigen Drehzahlen arbeiten. Dies kommt dem Geräuschkomfort des Fahrzeugs ebenso zugute wie der Laufkultur. Apropos Fahrkomfort: der lässt kaum Wünsche offen: Das Fahrzeug ist sehr leise, wenn man nicht gerade den Verbrenner heftig bemüht, und vibrationsarm. Zu verdanken ist das u.a. dem speziell konstruierten Transaxle-Antrieb der Hinterachse, der besonders wenig Resonanzschwingungen auslöst. Und penibel, wie die Japaner nun mal sind, haben die die Oberflächen der Zahnräder poliert, so dass diese noch sanfter und ruhiger laufen. Zudem wurde das Dämpfersystem optimiert.

Fahrmodi: Startet man den Wagen, so wird grundsätzlich der Elektroantrieb aktiv. Erst wenn die rein elektrische Reichweite ausgeschöpft wurde, wechselt die Steuerung von sich aus in das Hybridprogramm. Darüber hinaus hat der Fahrer natürlich die freie Wahl, ob er von Beginn an im Hybridmodus unterwegs ist oder den Elektroantrieb zu einem späteren Zeitpunkt aktiviert – etwa, um die Effizienz zu verbessern oder bei Fahrten im städtischen Bereich.

  • Im Auto HV/EV-Modus schaltet das System automatisch den Hybridantrieb hinzu, wenn z.B.  bei starker Beschleunigung zusätzliche Motorkraft gefragt ist. Aber wann ist das schon der Fall? Anschließend kehrt die Steuerung wieder in das EV-Programm zurück.
  • Der Lademodus greift ein, wenn die Batteriespannung auf ein Niveau sinkt, der für reinen EV-Antrieb nicht mehr ausreicht. Dann generiert der Vierzylinder-Benziner über die Elektromotoren, die als Generator dienen, Strom zum Auffüllen des Akkus.
  • Das sequenzielle Shiftmatic-System des RAV4 Plug-in Hybrid ermöglicht es dem Fahrer über Schaltwippen am Lenkrad, die Bremswirkung des Motors zu verstärken. Zusätzliche Unterstützung bietet auch die Deceleration Assist Control. Sie nutzt das Verzögerungsmoment des Verbrenners z.B. auf Bergabpassagen. Dies sorgt für einen sanfteren Fahrkomfort und minimiert den Bremsverschleiß.

Der CO2-Ausstoß beschränkt sich im kombinierten NEFZ-Zyklus auf 26 g/km, der entsprechende Durchschnittsverbrauch auf 1,2 Liter/100 km. Das ist natürlich irgendwie nur graue Theorie; denn in Realität kommt man mit solchen Werten nicht aus.

Akku Laden. Das Aufladen der Batterie ist an einem 230-Volt-Hausanschluss mit Ladestation in Deutschland in 4,5 Stunden schnell und sicher abgeschlossen. Das freilich wollen wir in einem gesonderten Test nachverfolgen. Über die MyT-App lässt sich dieser Vorgang einfach überwachen und zeitlich planen, ebenso wie die Klimaanlage per Fernbedienung aktiviert werden kann, um den Innenraum rechtzeitig vor Fahrtbeginn aufzuwärmen oder abzukühlen.

Die bordeigene Ladeeinrichtung unterstützt eine Ladegeschwindigkeit von bis zu 6,6 kW, ohne sich negativ auf die Dauerhaltbarkeit des Akkus auszuwirken. In der Konstellation mit dem serienmäßigen Schuko-Ladekabel ist ein vollständiger Ladevorgang an einer mit 10 Ampere abgesicherte Haushalts-Steckdose nach 7,5 Stunden abgeschlossen. Mit dem im Zubehör erhältlichen Typ 2-Ladekabel reduziert sich - in Verbindung mit einer Wallbox - eine komplette Batteriefüllung im deutschen Stromnetz auf lediglich 4,5 Stunden.

Die hitzegeschützte Anschlussmöglichkeit am Fahrzeug befindet sich im hinteren rechten Kotflügel hinter einer Klappe, die automatisch mit den hinteren Türen ver- und entriegelt wird. Eine Kontrollleuchte weist auf einen laufenden oder abgeschlossenen Ladevorgang hin.

Für die optimale Ladegeschwindigkeit empfiehlt Toyota die Kombination aus Typ 2-Ladekabel (Mode 3) in Verbindung mit einer Wallbox. Toyota bietet auch smarte und zukunftssichere Wallbox-Systeme an, die sich vernetzen lassen und ein RFiD-Kartenerkennungssystem besitzen.

Fahreindruck: Die geballte Kraft des spontan ansprechenden Plug-in-Hybridsystems ermöglicht im HV- und im EV/HV-Modus ein faszinierendes Beschleunigungserlebnis. Für den Spurt aus dem Stand auf 100 km/h benötigt der RAV4 Plug-in Hybrid gerademal sechs Sekunden. Die Antriebsstrangsteuerung erkennt dabei, ob der Fahrer einen sanften und linearen Geschwindigkeitszuwachs wünscht oder ob die maximale Motorleistung im Sport-Modus auf der Stelle zur Verfügung stehen soll. Dann aber ist es schnell vorbei mit der Genügsamkeit beim Strom- wie Benzinverbrauch. Die Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse erfolgt automatisch in Abhängigkeit zur jeweiligen Verkehrssituation. Sie verleiht dem Wagen auch auf glatten Straßen oder unbefestigten Wegen eine sichere Traktion und zusätzliche Fahrstabilität. Generell halten wir den PHEV für sehr geschäftswagentauglich. Im urbanen Verkehr ist man höchst effizient unterwegs, immer vorausgesetzt, man lädt seine Batterie auch. Und was die Betriebskosten betrifft, ist man bei der Dienstwagenbesteuerung ebenso im Vorteil wie bei der Umweltprämie. Und sorgt man stets für eine volle Batterie, tja, dann erübrigt sich die Frage nach anderen Antriebsformen. Quelle: DMM / Toyota