Wissenswertes zu Gepäckverspätung oder -verlust

Man hat seinen Flug erfolgreich hinter sich gebracht, aber der Koffer fehlt oder sieht ziemlich ramponiert aus. Für derartige Vorkommnisse gibt es klare Regeln und Fristen, die einem helfen, sein Recht auf Entschädigung geltend zu machen.

Das Montrealer Übereinkommen sichert Ansprüche bei internationalen Flügen. Es deckt Reisende ab, falls Gepäck verspätet, beschädigt oder verloren geht. Es gilt weltweit in über 120 Ländern. Zu diesen gehören alle EU-Mitglieder, die USA, Kanada, Australien, Brasilien, Thailand, China und Japan, um nur einige zu nennen. In diesen Ländern ist man bei internationalen Flügen durch die Regelungen des Übereinkommens geschützt. Nicht anwendbar ist das Montrealer Übereinkommen in Ländern, die es nicht unterzeichnet oder ratifiziert haben. In solchen Fällen können die Regelungen für Gepäckverspätung, -verlust oder -beschädigung variieren und sind oft durch nationale Gesetze oder separate internationale Verträge bestimmt.

Direkt nach der Landung. Sofortiges Handeln ist entscheidend. Umgehend am Lost & Found-Schalter melden und zusätzlich auch noch die Fluggesellschaft informieren. Gepäck-Sticker bereithalten, damit die Suche gleich losgehen kann. Vorfälle sollten idealerweise noch am Flughafen dokumentiert werden.

Entschädigung – Was steht einem zu? Je nachdem, ob Gepäck verspätet, beschädigt oder verloren ist, kann die Entschädigung bis zu 1.385 Euro (Kurs zum 21.11.2023) betragen. Diese Zahl basiert auf den Sonderziehungsrechten, einer Währung, die täglich neu bewertet wird. Daher ändert sich die genaue Höhe der möglichen Entschädigung täglich. Der aktuelle Wert hängt von den Wechselkursen der größten Währungen (Yen, Euro, US-Dollar usw.) ab.

Wichtige Fristen:

  • Verspätetes Gepäck: Man hat 21 Tage Zeit, um Ersatzkäufe zu melden.
  • Beschädigtes Gepäck: Hier muss man den Schaden innerhalb von 7 Tagen melden.
  • Verlorenes Gepäck: Nach 21 Tagen gilt ein Koffer als verloren, und man hat bis zu zwei Jahre Zeit, seinen Anspruch geltend zu machen.

So berechnet sich deine Entschädigung. Die Höhe der Entschädigung hängt von ein paar Dingen ab: Was man ersetzen musste, wie lange man darauf verzichten musste und den Wert des Gepäcks. Die Fluggesellschaften ziehen in der Regel eine jährliche Wertminderung des Gepäcks ab – das bedeutet, je älter der Koffer, desto weniger bekommt man zurück.

Keine Angst vor dem Kleingedruckten. Es ist wichtig, sich mit den Details vertraut zu machen und die Belege sorgfältig aufzubewahren. Man sollte sich an die Fristen halten und nicht vergessen, alle Ausgaben zu dokumentieren. Quelle: RA Sven Galla, www.anwalt.de / DMM