Zukunft der Thomas-Cook-Airlines und Rückholaktion

Nach 178 Jahren endet die Geschichte eines der größten Reisekonzerne der Welt. Nach der seit Längerem vorhersehbaren Pleite sind auch die fünf Fluggesellschaften der Gruppe akut gefährdet. Die deutsche Condor fliegt vorerst noch weiter. Doch sie musste einen staatlich verbürgten Überbrückungskredit beantragen. Unterdessen läuft ein Programm zur Rückholaktion von betroffenen Passagieren an.

Auch die Zukunft der Fluggesellschaft Condor ist nach der Pleite des Reisekonzerns Thomas Cook nicht sicher. Foto: Condor

Auch die Zukunft der Fluggesellschaft Condor ist nach der Pleite des Reisekonzerns Thomas Cook nicht sicher. Foto: Condor

Mit einem Überbrückungskredit will Condor verhindern, dass es zu Liquiditätsengpässen kommt. Die Flotte besteht aus 42 eigenen Jets: Airbus A320, A321, Boeing 757 und 767. Hinzu kommen diverse Flieger von Airlines aus dem Konzern und von externen Fluglinien.

150.000 britische Thomas-Cook-Kunden müssen in die Heimat zurückgebracht werden. Die britische Luftfahrtbehörde hat dazu eine Flotte von rund 45 Fliegern gechartert. Vermutlich müssen die Betroffenen für den Rücktransport nichts bezahlen. Easyjet und Virgin Atlantic stellen laut BBC Flugzeuge ab. Der Online-Dienst Flightradar24 nennt bei Twitter zudem British Airways, Euro Atlantic, Hi Fly, Miami Air, Wamos, Nile Air, Evelop, Atlas und Freebird. Auch ein Airbus A380 von Malaysia Airlines soll gemäß verschiedenen britischen Medien zum Einsatz kommen. Die Rückholaktion läuft über zwei Wochen, vom 23. September bis zum 06. Oktober. Problematisch kann es für diejenigen werden, die nach dem 06. Oktober zurückfliegen, wenn die Rückholaktion nicht mehr läuft. Sie müssen ihre Rückreise selber organisieren. Haben Sie keinen ATOL-Schutz, bleiben sie dann wohl auch auf den Kosten für diesen Flug sitzen.

Thomas Cook Airlines UK, Vereinigtes Königreich: Mit der Pleite der Muttergesellschaft hat auch die britische Fluggesellschaft ihren Betrieb eingestellt. Die rund 150.000 betroffenen Passagiere werden heute und in den kommenden Tagen mit einer gigantischen Rückholaktion mit anderen Airlines nach Hause geflogen. Die Flotte von Thomas Cook Airlines UK bestand zuletzt aus 34 Jets, 27 Airbus A321 und sieben A330.

Thomas Cook Aviation, Deutschland: Nach dem Aus von Air Berlin übernahm Condor die Tochter Air Berlin Aviation. Sie fliegt heute ausschließlich für die deutsche Thomas-Cook-Tochter. Sie ist von der Pleite vorerst nicht betroffen. Die Flotte besteht aus acht eigenen Airbus A321, welche die Condor-Flotte verstärken.

Thomas Cook Airlines Balearics, Spanien: Die 2017 gegründete Fluggesellschaft hat ihre Basis am Flughafen Palma. Sie fliegt ebenfalls ausschließlich für Condor und ist von der Pleite vorerst nicht betroffen. Ihre Flotte besteht aus sechs Airbus A320.

Thomas Cook Airlines Scandinavia, Dänemark: Die 1994 aus der Fusion von Conair und Scanair entstandene Fluggesellschaft hat ihren Sitz in Kopenhagen, ist aber in ganz Skandinavien tätig. Sie hat am Montag ihre Flüge eingestellt. In den kommenden Stunden will das Management darüber informieren, wie es weitergeht. Die Flotte besteht aus vier Airbus A330 und acht A321. Quelle: aerotelegraph.com / DMM