Donald Trumps Worte zur B 737 MAX

Das zwangsweise weltweite Grounding aller bisher ausgelieferter B 737 MAX könnte Boeing Milliarden kosten. So hat z.B. American Airlines angekündigt, mindestens bis Ende August täglich 115 Flüge zu streichen, weil die B 737 MAX8 nicht zur Verfügung stehen. Und etliche andere Airlines drohen damit, Boeing mit Entschädigungsklagen zu überziehen. Eine ganz andere profane Idee hat US-Präsident Donald Trump: Unerwartet und ungefragt ließ er per Twitter wissen, was er in diesem Fall tun würde.

US-Präsident Donald Trump hatte sich auch mal als Luftfahrtunternehmer versucht. Aber das ging schief, freilich ohne dass man ihm die Schuld hätte in die Schuhe schieben können. Foto: wikimedia

US-Präsident Donald Trump hatte sich auch mal als Luftfahrtunternehmer versucht. Aber das ging schief, freilich ohne dass man ihm die Schuld hätte in die Schuhe schieben können. Foto: wikimedia

„What do I know about branding, maybe nothing (but I did become President!), but if I were Boeing, I would FIX the Boeing 737 MAX, add some additional great features, & REBRAND the plane with a new name. No product has suffered like this one. But again, what the hell do I know?“

„Was weiß ich schon über Marken“, so der Präsident in einem Tweet, nur um anzufügen, dass er aber ja immerhin Präsident geworden sei. „Wenn ich Boeing wäre“ so Trump, würde er die 737 Max erst einmal reparieren. Dann würde er den Flieger um ein paar weitere tolle Features“ ergänzen. Das Wichtigste sei aber den Flieger umzubenennen. Kein Produkt, so Trump, habe so gelitten wie dieses. Seinen Ratschlag schließt er mit der wohl rhetorisch gemeinten Frage ab: „Aber noch einmal, was weiß schon ich?“ …

Eine der schnippischen Antworten auf seinen Tweet lautete: „Großartige Idee, sie könnten es in Trump Air umbenennen…oh Moment. Das gab es ja schon einmal“ und der Verfasser erinnert an Trumps Versuch, eine eigene Airline zu betreiben. Das war von 1989 bis 1992 das Unternehmen „Trump Shuttle Inc., eine vom damaligen Noch-Nicht-Präsidenten geführte Fluggesellschaft, die freilich in der Überschuldung endete, wenn auch ohne Zutun bzw.. Schuld des damaligen „Luftfahrtunternehmens Trump. Andere erinnern daran, dass der Präsident auch eine Steak-Marke, Kasinos und eine Universität mit seinem Namen in die Misere führte.

Trump Shuttle Inc. (im Außenauftritt Trump) war der Name einer von 1989 bis 1992 von Donald Trump geführten Airline. Sie bot vom Flughafen New York-LaGuardia aus hauptsächlich Flüge nach Boston und Washington, D.C. an. Eingesetzt wurden Damals dreistrahlige B 727. Am 05. Oktober 1988 hatte der damalige Millionär Donald Trump für rund 380 Mio. USD die Rechte an der profitabel operierenden Eastern Airline Shuttle erworben. Die Gründung als Trump Shuttle erfolgte am 07. Juni 1989 und sie nahm am 23. Juni 1989 den Flugbetrieb auf, bekannt wurde sie als Trump Airlines.

Im Zuge der Übernahme entschied sich das Management von Trump Airlines, das Geschäftsmodell anzupassen und die Airline zu einem Luxuscarrier umzugestalten. Neben einer neuen weiß-roten Livery wurde das u.a. Kabinendesign mit Wurzelholz und Chrom aufgewertet. Trump Sirlines war zudem weltweit eine der ersten Fluggesellschaften, die mit Hilfe der Firma LapStop Self-Service-Check-In-Schalter einführte. Das war gar keine so schlechte Idee Trumps.

Da die Kunden der Airline jedoch mehr Wert auf Komfort als auf luxuriöse Ausstattung legten und während eines Streiks vor der Übernahme der Airline durch Donald Trump (!) - dafür konnte Trump nicht wirklich nichts - viele Kunden zum Pan Am-Shuttle wechselten, geriet Trump’s Fluggesellschaft schnell in finanzielle Probleme. Auch die stark gestiegenen Kerosinpreise infolge des Zweiten Golfkriegs sorgten dafür, dass die Investorgruppe, die Donald Trump das Geld für die Airline zur Verfügung gestellt hatte, 1990 die Mehrheit an ihr übernahm und sie zum Verkauf vorbereitete. Aufgrund der folgenden wirtschaftlichen Rezession nach dem Golfkrieg gelang es der Investmentgruppe jedoch nicht, die Airline zum gewünschten Preis an die Interessenten (darunter Northwest Airlines und American Airlines) zu verkaufen. Schließlich bot man der USAir Group an, 40 % der Besitzrechte an sie zu veräußern, sofern der Flugbetrieb für weitere 10 Jahre inklusive aller Kosten aufrechterhalten würde. Am 07. April 1992 stellte die Trump Airlines ihren Flugbetrieb ein und nahm ihn am 12. April 1992 unter dem Namen USAir Shuttle wieder auf. Am 19. November 1997 übernahm die US Airways Group (ehemals USAir Group) das Unternehmen vollständig. Die eigenständige Tochtergesellschaft setzte danach ihren Flugbetrieb unter dem Namen US Airways Shuttle fort. Am 01. Juli 2000 wurde die US Airways Shuttle mit der US Airways fusioniert. US Airways nutzte im Anschluss die Markenbezeichnung US Airways Shuttle weiterhin auf einigen Routen. Quelle: Donald Trump / DMM