ICE schlägt Flugzeug und Auto

Die ICE sind auf der Verbindung Berlin-München bei „Fernreisen“ das meist genutzte Verkehrsmittel vor Flugzeug und Automobil. Ein Jahr nach Eröffnung der Schnellfahrstrecke (Nürnberg-) Ebensfeld-Erfurt-Halle/Leipzig-Berlin hat die Bahn das Flugzeug als Verkehrsmittel Nummer 1 zwischen den beiden Metropolen abgelöst. Dies ergibt eine gemeinsame Studie der Deutschen Bahn (DB) und Telefónica Deutschland.

In der Relation München-Berlin sind die ICE nun Verkehrsmittel Nr. 1. Ab 09.12.2018 werden auch die neuen ICE4 auf dieser Strecke eingesetzt. Foto: DB

In der Relation München-Berlin sind die ICE nun Verkehrsmittel Nr. 1. Ab 09.12.2018 werden auch die neuen ICE4 auf dieser Strecke eingesetzt. Foto: DB

Demnach nutzen 46 % aller Reisenden die Bahn, 30 % das Flugzeug und 24 % das Auto oder den Fernbus. Vor dem Start der Strecke lag der Anteil der Bahn noch bei 23 %. Das Flugzeug führte mit 48 %. Insgesamt zählte die DB bislang 4,4 Mio. Geschäfts- und Privatreisende zwischen der deutschen Hauptstadt und der bayerischen Landesmetropole und damit doppelt so viele wie im Vorjahr. Rund 1,2 Mio. Reisende stiegen in dem Zeitraum vom Flieger um, rund 1 Mio. vom Pkw. Der Umstieg auf die umweltfreundliche Bahn ist ein Beitrag zum Klimaschutz: Hochgerechnet auf zwei Personen im Pkw und alle Flugreisenden beträgt die Einsparung an CO2 rund 188.000 Tonnen. Das entspricht dem jährlichen Ausstoß einer Kleinstadt mit rund 21.000 Einwohnern.

Laut DB-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber ist die Bahn ist der Schlüssel für die dringend erforderliche Verkehrswende und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Mobilität der Menschen und der Gesundung von Klima und Umwelt. Die neue Verbindung ist auch sonst ein Erfolg: So liegt die Pünktlichkeit der ICE-Sprinter mit 86 % über dem bundesweiten Durchschnitt. Die Auslastung der Züge über die Schnellfahrstrecke liegt durchschnittlich 18 % höher als im übrigen Fernverkehr. Im neu geschaffenen Bahnknoten Erfurt hat sich die Zahl der Umsteiger zwischen Fernverkehrszügen vervierfacht. Auch der Bahnhof Halle (Saale) hat an Bedeutung als Umsteigeknoten gewonnen. Hier nutzen die Fahrgäste häufig den Anschluss vom Intercity aus Braunschweig/Magdeburg zum ICE nach Erfurt/München und retour.

Aufgrund der starken Nachfrage weitet die DB das Angebot auf der Strecke ab dem Fahrplanwechsel am 09. Dezember wie folgt aus:

• Erstmaliger Einsatz des ICE 4: Der neueste ICE bietet mit 830 Sitzplätzen mehr Platz für Reisende als die bislang dort verkehrenden Züge.
• Erweiterung der ICE-Sprinter: Fünf ICE pro Tag und Richtung verbinden die Metropolen in unter vier Stunden. Bislang waren es drei.
• Erste internationale Verbindung: Mit der Verbindung Berlin–Erfurt–Nürnberg–Wien führt die DB das erste internationale Angebot auf der Strecke ein. Die Reisezeit zwischen den beiden Hauptstädten verkürzt sich um rund eine halbe Stunde gegenüber heute.

Mit dem Einsatz des ICE 4 und der Erweiterung der ICE-Sprinter stehen den Reisenden ab Fahrplanwechsel 3.000 zusätzliche Sitzplätze pro Tag zur Verfügung. Quelle: DB / DMM