Lufthansa-Gruppe führt stufenloses Preis-System ein

Die Airlines der Lufthansa Group modernisieren ab 20. Oktober ihr Preissystem und führen das Continuous Pricing ein, zunächst nur auf Europastrecken ein. Das Programm schafft zusätzliche Angebote zwischen den bestehenden Buchungsklassen. So sollen große Preissprünge vermieden werden. Zur Anwendung kommt das Programm aber nur dann, wenn es dem Kunden einen Preisvorteil verschafft, so DMM-Informationen.

Die Lufthansa Gruppe führt für ihre Mitglieder Lufthansa, Swiss und AUA zum 20. Oktober 2020 ein stufenloses Preisessystem ein. Foto: LH

Die Lufthansa Gruppe führt für ihre Mitglieder Lufthansa, Swiss und AUA zum 20. Oktober 2020 ein stufenloses Preisessystem ein. Foto: LH

Das Thema Continuous Pricing ist seit gut einem Jahr bei den Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe präsent. Seither wurden bereits verschiedene Pilotprojekte durchgeführt, und dies allem Anschein nach erfolgreich. Auf Europastrecken wird ab dem 20. Oktober das neue Preissystem angeboten,

Bei Continuous Pricing geht es darum eine durchgehende Preiskurve zu schaffen. Dadurch sollen Tarife zwischen zwei Buchungsklassen angeboten werden können. Die aktuelle Preisgestaltung der Airlines basiert auf veralteten Standards und lässt keinen Raum für ein differenziertes Preissystem. So kann ein Flug kann 26 verschiedene Preis-/Buchungsklassen haben. Ist der niedrigste Tarif ausgebucht, kann nur die nächst höhere Preisklasse gebucht werden. Viele Kunden können oder wollen dann den großen Preisunterschied nicht bezahlen.

Das Continuous Pricing hingegen ermöglicht Angebote zwischen den bisherigen Preisklassen und verhindert so, große Preissprünge zu vermeiden. Die Kunden dürften damit insgesamt von günstigeren Preisen profitieren, denn Continuous Pricing soll nur zur Anwendung kommen, wenn es einen Preisvorteil verschafft.

In der Vergangenheit wurden sehr viele Tests durchgeführt, darunter auch mit ausgewählten Kunden im Live-Modus. Nun sieht die Gruppe keine Hindernisse mehr für den Roll-Out. Mit Continuous Pricing wird nochmals deutlich, dass die Airlines die NDC-Kanäle unbedingt brauchen, um vernünftige weitere Entwicklungsschritte machen zu können.

In GDS-Kanälen ist Continuous Pricing technisch allerdings nicht umsetzbar. Die Gruppe ist im Gespräch mit den GDS und erwartet in absehbarer Zeit Entwicklungen. Das neue Preissystem ist über die Websites lh.com und swiss.com sowie in den NDC-Kanälen wie Farelogix etc. bereit – lediglich bei Austrian.com dauert es noch etwas. Bei Eurowings ist eine Einführung zurzeit nicht geplant.

Mit dem jetzigen Setup können über 75 % des Markts erreicht werden. Da die NDC-Fähigkeit schon länger ein Thema ist, haben viele der stationären Vertriebspartner bereits darauf umgestellt. Allen anderen kann nur angeboten werden, jetzt hinsichtlich der nächsten Schritte mit den Carriern ins Gespräch zu kommen. Das ist nicht gegen die bestehenden Partnerschaften gerichtet, sondern stärkt diese in einem neuen Technologieumfeld. Quelle: LH-Gruppe / DMM