Neuer Bahnhof als Geschäftsreise-Zubringer

Den Grundstein für den Bahnhof Merklingen – Schwäbische Alb hat Baden Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (MdL) zusammen mit Vertretern der Deutschen Bahn, der ausführenden Bauunternehmen sowie kommunalen Mandatsträgern feierlich gelegt. Nach den umfangreichen Arbeiten beim Erd- und Streckenbau seit 2017 für die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm sowie im Bereich des neuen Bahnhofs können nun die Arbeiten am eigentlichen Bahnhof Merklingen beginnen. Die künftige Station ist für Firmenkunden aus der Region von großer Bedeutung.

Auf der Schwäbischen Alb entsteht ein Bahnhof an der NBS Stuttgart-Ulm. Rendering: Vössing GmbH

Auf der Schwäbischen Alb entsteht ein Bahnhof an der NBS Stuttgart-Ulm. Rendering: Vössing GmbH

Der künftige Bahnhof an der Neubaustrecke hat eine ähnliche Funktion wie der von Montabaur an den Rennstrecke Frankfurt-Köln oder Kinding an der Rennstrecke Nürnberg-Ingolstadt. Er sorgt dafür, dass Pendler sowie Geschäftsreisende aus der Region schnell an Fernverkehrsknotenpunkte bzw. Flughäfen kommen.

Der Verkehrsminister zeigte sich erfreut über den Baufortschritt: „Der Bahnhof in Merklingen bringt die Menschen auf der Laichinger Alb näher an die Bahn. Er schafft attraktive Verbindungen in die Landeshauptstadt Stuttgart und nach Ulm sowie nach Oberschwaben. Es war richtig, dass wir uns erheblich dafür engagiert haben, den Bahnhof an der Neubaustrecke noch zu ergänzen. Ich danke allen, die bisher dazu beigetragen und dieses Projekt in so kurzer Zeit gestemmt haben. Ich bin zuversichtlich, dass der Bahnhof Merklingen – Schwäbische Alb Ende 2022 in Betrieb gehen kann.“

Manfred Leger, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH: „Der Bahnhof Merklingen kann als Paradebeispiel für die schnelle Entwicklung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten dienen. Darauf können wir stolz sein. Der Bahnhof wird ein großartiges Angebot für viele Menschen im Einzugsgebiet: Nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 beträgt die Fahrtzeit zum Flughafen 20 Minuten, nach Stuttgart 27 Minuten und nach Ulm sogar nur elf Minuten. Merklingen und die Anrainergemeinden werden zu Vororten von Stuttgart und Ulm – das ist ein Riesengewinn an Attraktivität für diese Region und für die Schiene.“

Der Vorsitzende des Zweckverbands Region Schwäbische Alb, Bürgermeister Klaus Kaufmann, sieht große Chancen für die Region: „Nun ist es Wirklichkeit geworden, mit der Grundsteinlegung nimmt der Bahnhof sichtbare Form an. Unsere gesamte Region erhält dadurch eine hervorragende Verkehrsanbindung, die uns großartige Entwicklungschancen bietet. Diese gilt es nun zusammen mit der Bevölkerung zu gestalten. Unsere Anstrengungen auf dem nicht ganz einfachen Weg bis hierher haben sich wirklich gelohnt. Ich freue mich dann auf die Inbetriebnahme des Bahnhofs Ende 2022.“

Mit der Grundsteinlegung beginnt der Bau der beiden Treppen-/Aufzugstürme, der Fußgängerüberführung und der beiden Bahnsteige. Die technische Ausstattung erfolgt dann zeitversetzt im Hinblick auf die von der DB für Dezember 2022 geplanten Inbetriebnahme des Bahnhofs. Bereits im Zuge der Erbbaumaßnahmen wurde eine Webcam installiert, die der Öffentlichkeit kontinuierlich einen aktuellen Eindruck der Baumaßnahmen und des Baufortschritts vermittelt.

Das Land Baden-Württemberg, die Deutsche Bahn und der von den Kommunen auf der Laichinger Alb für dieses Projekt gegründete Zweckverband „Region Schwäbische Alb“ hatten am 02. Dezember 2016 den Bau des neuen Bahnhofs Merklingen-Schwäbische Alb an der künftigen Schnellbahntrasse von Stuttgart nach Ulm vertraglich vereinbart. Die umfangreichen Erd- und Streckenarbeiten hatten im Mai 2017 begonnen. Die neue Station liegt an der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm und soll zusammen mit dieser in Betrieb gehen. Es werden zwei zusätzliche Gleise mit 210 m langen Außenbahnsteigen errichtet, die barrierefrei erschlossen werden. Der Anschluss an die Straße erfolgt über eine Zufahrt von der Kreisstraße 7407 (Merklingen-Hohenstadt). Auf dieser Seite wird auch eine Park&Ride-Anlage sowie Infrastruktur für den Busverkehr und Bike&Ride entstehen. Diese Erschließung wird durch den Zweckverband Region Schwäbische Alb geplant und realisiert. Die Finanzierung des Gesamtprojekts erfolgt mit bis zu 40 Mio. Euro durch das Land sowie durch einen gemeinsamen Finanzierungsbeitrag der umliegenden Kommunen und des Alb-Donau-Kreises in Höhe von zusammen 13 Mio. Euro.

Eine gesamtwirtschaftliche Bewertung unter Berücksichtigung regionalwirtschaftlicher Effekte hat erhebliche positive Impulse für die wirtschaftliche wie demographische Entwicklung dieser ländlichen Region auf der Schwäbischen Alb aufgezeigt. Grund dafür sind die enormen Fahrzeitverkürzungen. Vom Bahnhof Merklingen kommen die Fahrgäste künftig mit stündlich verkehrenden Regionalexpresszügen in gut 10 Minuten nach Ulm. Mit der von der DB für Ende 2025 geplanten Inbetriebnahme des neuen Bahnknotens Stuttgart 21 verkürzt sich die Fahrzeit auf ca. 30 Minuten zum Stuttgarter Hauptbahnhof und in rund 20 Minuten zum Flughafen sowie zur Messe. Quelle: BW Ministerium für Verkehr / DMM