Schon wieder tödlicher Absturz einer Boeing

Beim ersten schweren Flugzeugunglück 2021 am Samstag, 09. Januar gegen 14.40 Uhr Ortszeit stürzte eine Boeing 737-500 der indonesischen Airlinie Sriwijaya auf dem Weg von Jakarta zur Insel Bangka in der Provinz Borneo ins Meer. Dabei kamen alle 62 Menschen an Bord ums Leben.

Erstes Luftfahrtkatastrophe 2021: Am Samstag, 09. Januar stürzte eine B 737 nahe Jakarta ins Meer. Alle Menschen an Bord kamen ums Leben. Der Absturz ereignete such bei schweren Regenfällen vier Minuten nach dem Start. Foto: indonesische DGCA

Erstes Luftfahrtkatastrophe 2021: Am Samstag, 09. Januar stürzte eine B 737 nahe Jakarta ins Meer. Alle Menschen an Bord kamen ums Leben. Der Absturz ereignete such bei schweren Regenfällen vier Minuten nach dem Start. Foto: indonesische DGCA

Flug SJY 182 war mit 50 Passagieren (darunter sieben Kinder), zehn Kabinenmitgliedern und den beiden Piloten um 14.36 Uhr am Flughafen von Jakarta zum normalerweise 90 Minuten dauernden Flug gestartet. Die Maschine befand sich im Steigflug auf einer Höhe von 3.350 m 11 nautische Meilen 819 km) nördlich des Startflughafens, als sie laut Flugüberwachung des Soekarno-Hatta-Flughafens von Jakarta urplötzlich rasch an Höhe verlor und mit hoher Geschwindigkeit ins Meer stürzte. Die Javasee ist im Bereich der Absturzstelle nur etwa 25 m tief.

Wie die Behörden mitteilen, hatte sich der Start infolge starker Regenfälle um etwa eine Stunde verzögert. Zum Zeitpunkt des Unglücks soll sich der Jet in Sicht und Hörweite der benachbarten Inseln Laki und Lancang befunden haben. Fischer sollen ein explosionsartiges Geräusch gehört haben, konnten wegen heftiger Regengüsse aber nichts erkennen. Zum Rettungs- bzw. Bergungseinsatz wurden 28 Schiffe, fünf Helikopter und zwei Flugzeuge entsandt. Die Einsatzkräfte fanden vor Ort nur eine Notfallrutsche und viele schwimmende Trümmerteile sowie menschliche Überreste. Tauscher der indonesischen Marine fanden am frühen Sonntagmorgen ein großes Wrackteil am Meeresgrund. Im weiteren Verlauf sollen Flugschreiber und Stimmenrecorder geborgen werden. Am Sonntagmittag dann haben Suchtrupps den Flugschreiber der Boeing im Meer entdeckt und geborgen. Überlebende gibt es nicht.

2018 war eine Boeing 737 Max der indonesischen Gesellschaft Lion Air als Flug 610 nach dem Start in Jakarta auf dem Weg zur Insel Bangka abgestürzt. Dabei kamen alle 189 Insassen ums Leben. Dieser Absturz und ein weiterer der Ethiopian Airlines war Untersuchungsergebnissen zufolge auf eine fehlerhaft arbeitende Software der beiden nagelneuen B 737 8 Max zurückzuführen. Beide Unglücke hatten zur Konsequenz, dass dieses Flugzeugtyp über gute zwei Jahre nicht mehr starten durfte, bis die Maschinen überarbeitet und neu zertifiziert werden konnten. In Europa dürfen die Boeing MAX nach wie vor noch nicht starten. 2014 war ein A320 der Billig-Airline Indonesia AirAsia auf dem Weg von Surabaya auf Java nach Singapur ins Meer gestützt. Auch dabei kamen alle Menschen an Bord ums Leben. 2007 hatte die EU ein Einflugverbot für alle 51 indonesischen Fluggesellschaften angeordnet. Es hatte vorher etliche schwere Zwischenfälle gegeben. Seit Juni 2018 sind sie von der "schwarzen Liste" wieder gestrichen worden.

Sriwijaya Air wurde 2003 gegründet und besitzt eine Flotte von 19 Boeing 737 (737-500, 737-800 und 737-900). Mit Nam Air gehört ihr zudem eine regionale Zubringerairline. Die Fluggesellschaft musste seit 2008 vier B 737 jeweils nach Überschießen der Landebahn als Totalverluste abschreiben. Flug SJY 182 ist der erste Unfall von Sriwijaya Air, bei dem Passagiere ums Leben kamen. Der Name Sriwijaya Air wurde vom Seefahrerimperiums Sriwijaya abgeleitet, das vom 8. bis zum 13. Jahrhundert bestand und Indonesien umfasste. Quelle: CNN / DMM