Sexistische Incentive-Reise auf Luxus-Kreuzfahrtschiff

Eine Incentive-Reise eines indischen Tabakkonzerns bleibt den Kreuzfahrtgästen der „Voyager oft the Seas“, einem der größten Kreuzfahrtdampfer der Welt, in guter bzw. schlechter Erinnerung. Denn die 1.300 Teilnehmer der Gruppen-See-Reise verwandelten das 311 Meter lange Riesenschiff in ein Partyboot, auf dem es buchstäblich „heiß“ herging. Die Reederei Royal Carribean Cruises Ltd. „is not amused“ und untersucht die teils sexistischen Vorfälle.

In eine "heiße" Partyzone verwandelte ein indischer Tabakkonzern mit 1.300 "Konferenzteilnehmern" die Voyager of the Seas, sehr zum Missfallen der anderen 3.000 Kreuzfahrtgäste. Foto RC-wikimedia

In eine "heiße" Partyzone verwandelte ein indischer Tabakkonzern mit 1.300 "Konferenzteilnehmern" die Voyager of the Seas, sehr zum Missfallen der anderen 3.000 Kreuzfahrtgäste. Foto RC-wikimedia

Royal Carribean freute sich natürlich über die enorm große Gruppenbuchung; denn lukrativeres gibt es kaum. Auf einen Schlag waren zahlreiche Kabinen besetzt. Offiziell hieß es, dass der indische Tabak-Konzern eine Konferenz an Bord der Voyager of the Seas abhalten wollte, wozu er einen Teil seiner Belegschaft am 06. September 2018 zu einer Kreuzfahrt ab und nach Singapur eingeladen hatte. Die Teilnehmer der Gruppen-Seereise nutzten den Aufenthalt mehr als ausgelassen, was logischerweise Tausenden anderer Kreuzfahrtgäste auf den Geist ging.

Den Beschwerden zahlreicher anderer Kreuzfahrtgäste soll der 1.300 Personen umfassenden Gruppe nach allem anderen als nach Arbeiten zumute gewesen sein – im Gegenteil: Die Feierwütige Schar soll das Schiff in eine einzige, riesige Partyzone verwandelt haben. Mitpassagiere berichten von spärlich bekleideten Tänzerinnen (Playboy Bunnies) und ziemlich wilden Partys. Die Gruppe soll die Pooldecks, Bars und Buffets „übernommen haben“. Das Ganze soll einem riesigen Junggesellenabschied geglichen haben, wobei offenbar auch jüngere unbeteiligte weibliche Passagiere von einigen der feierwütigen Männer mit einbezogen bzw. gefilmt worden sein sollen... Als störend empfanden die "normalen Gäste" zudem, dass auf den Outdoor-Bildschirmen nur Werbung des Tabakkonzerns lief.

Viele anwesenden Familien zogen sich daraufhin in ihre Kabinen oder andere Bereiche des Cruise Liners zurück. Sie alle waren der Meinung, die Reederei hätte ihnen mitteilen müssen, dass eine riesengroße Gruppe gebucht war. Royal Caribbean kündigte eine Entschädigung für die betroffenen Passagiere an. Der Vorfall wird derzeit überprüft, sagte die Geschäftsführerin von Royal Caribbean Australien und Neuseeland, Susan Bonner.

Bei ihrer Indienststellung im November 1999 war die Voyager oft the Seas das größte Kreuzfahrtschiff der Welt und wurde erst im März 2003 von der Queen Mary 2 der Cunard-Linie abgelöst. Die Voyager of the Seas besitzt 15 Decks und 1.557 Passagierkabinen, davon sind 757 Außenkabinen mit Balkon. Für die Besatzung stehen 667 Kabinen zur Verfügung. Sie ist als erstes Kreuzfahrtschiff mit einer 120 Meter langen, neun Meter breiten und vier Decks hohen Promenade ausgestattet worden mit Bars, Bistros, Unterhaltungs- und Einkaufsgelegenheiten. Ferner verfügt der Cruiser über eine Eislaufarena (für etwa 900 Zuschauer) und ein fünf Decks hohes Theater.

Die Voyager of the Seas wurde überwiegend mit Kreuzfahrten von Miami in der Karibik eingesetzt. Weitere Reisen führten zwischenzeitlich nach Mexiko, Belize, Kanada und New Jersey. Darüber hinaus gab es Europareisen nach Spanien, Italien, Frankreich, Slowenien und Kroatien. Seit 2012 werden außerdem Reisen nach China, Japan und Südkorea sowie nach Australien, in die Südsee und nach Neuseeland unternommen. Quelle: 9News / ndtv.com / DMM