Überschall-Businessjet kommt seiner Verwirklichung näher

Die in Reno (Nevada) beheimatete Aerion Corporation meldet, dass sie noch im September 2020 Test ihres Überschalljets AS2 im Hochgeschwindigkeitswindkanal startet. Optimiert sind auch die Computermodelle des künftigen Flugzeugs.

Mit dem Überschall-Businessjet AS2 sollen Geschäftsreisen z.B. von Frankfurt nach New York in viereinhalb Stunden möglich werden. Foto: Aerion Corp.

Mit dem Überschall-Businessjet AS2 sollen Geschäftsreisen z.B. von Frankfurt nach New York in viereinhalb Stunden möglich werden. Foto: Aerion Corp.

Um die Maschine effizienter zu machen und verschärfter Fluglärm-Vorschriften ab 2020 Genüge zu tun, musste Aerion den Entwurf ändern. Im April wurde die geänderte Konstruktion vorgestellt. Sie sieht das überschallschnelle Businessflugzeug nunmehr mit Deltaflügeln vor. Zwei der drei Triebwerk sind unter den Tragflächen angeordnet.

Die AS2 soll eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 1,5 erreichen. Das laminare Tragflächenprofil aus Carbon soll den Luftwiderstand um 20 % reduzieren, um den Kerosinverbrauch zu verringern und die Reichweite zu vergrößern. Die Kabine ist für acht bis elf Passagiere ausgelegt. Die Entwicklung wurde in Kooperation mit Airbus und ab 2017 mit Lockheed Martin durchgeführt. Ab 2019 gab es eine Zusammenarbeit mit Boeing. Bei General Electric wurden 2017 die Arbeiten am Triebwerk aufgenommen. Am 15. Oktober 2018 gab Aerion bekannt, dass GE Aviation das leistungsfähigste Triebwerk entwickeln werde, welches jemals einen Businessjet angetrieben hat. Die Flugzeugkabine wird von Inairvation entwickelt, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Technik und der österreichischen Firma F. List. Die Endmontage erfolgt bei Aerion am neuen Montagewerk am Orlando Melbourne International Airport in Florida.

Die Versuche im Hochgeschwindigkeitskanals erfolgen in Zusammenarbeit mit dem im französischen Modana ansässigen Unternehmen ONERA. Anhand der Testresultate aus dem Windkanal und zahllosen Computerdaten soll ein Demonstrationsjet als Vorstufe für die künftige AS2 entstehen, so Testchef Robert Lewis. Der Supersonic-Geschäftsreiseflieger soll in Kooperation mit Lockheed Martin produziert werden. Voraussichtlich kann der Jungfernflug schon 2023 absolviert werden. Der Hersteller denkt, dass er in den ersten zehn Jahren nach Produktionsstart etwa 300 dieser Businessjets bauen und liefern kann. Der Stückpreis soll bei 120 Mio. USD beginnen. Künftig sollen mit den AS2 Geschäftsreiseflüge von Europa in die Vereinigten Staaten, z.B. nach New York, in etwa viereinhalb Stunden möglich sein. Quelle: Aerion / DMM